Wohnräume ohne Grenzen

XTH-Berlin Matrin Janekovic Helle Schröder

Mit drei Stadthäusern an der Mauergedenkstätte in Berlin-Mitte zeigen die beiden Architekten Martin Janekovic und Helle Schröder von XTH- berlin, wie vielfältig und abwechslungsreich urbanes Wohnen sein kann – auch und gerade für Familien, die nicht an den Stadtrand ziehen, sondern mitten in der Hauptstadt leben wollen.

Offene Zonen
Helle Schröder und ihre beiden Kinder Dan und Liva wohnen in einem Haus ohne Zimmer. Letztes Jahr ist die Architektin mit ihrer Familie in den Neubau am Mauerpark in Berlin-Mitte gezogen. Entworfen und geplant hat sie das ungewöhnliche Stadthaus mit dem trapezförmigen Grundriss selbst – gemeinsam mit ihrem Büropartner Martin Janekovic. XTH-berlin nannten die beiden Architekten ihr junges Büro – eine Abkürzung für Extreme Houses an der Spree.
Was damit gemeint ist, fällt im Entree von Helle Schröders Haus, dem Townhouse B14, sofort ins Auge. Das Wohnhaus ist von zwei weiteren Neubauten flankiert, die auch nach dem Entwurf der beiden Architekten gebaut wurden. Der fließende Raum der Eingangsdiele, den die Kinder zum Spielen, Kicken und Basteln nutzen, ist bis zur ebenso verglasten Rückseite des Gebäudes durchgesteckt. Lufträume, Treppenabsätze und Rampen ziehen den Blick nach oben, bis unter das Dach. Ohne Grenzen und Hindernisse fällt ein luftiges, etwa 12 Meter hohes Raumkontinuum ins Auge, das von Gartenseite im Erdgeschoss bis ganz oben durchgängig ist. Helle Schröder und Martin Janekovic haben die einzelnen Nutzungszonen der insgesamt 230 Quadratmeter Wohnfläche offen gelassen und auf sieben Niveaus organisiert, die miteinander verzahnt sind und sich gegenseitig ergänzen. Der durchgängige vertikale Raum ist in einzelne offene Bereiche auf verschiedenen Ebenen strukturiert. Dazwischen liegen die Treppenabsätze, Rampen und Lufträume – teils sind sie mit einem Netz abgesichert. Übergänge, Blickachsen und Bezüge im Raum ergeben sich wie von selbst. Immer wieder rückt dabei die Wiese vor dem Haus ins Blickfeld, auf der Stahlstelen den Verlauf der früheren Berliner Mauer markieren. „Wir entwerfen selten im Grundriss, sondern im Schnitt. Uns geht es um den Raum“, sagt Helle Schröder.

Spielerische Raumaufteilung
Von außen ist dem Townhouse B14 seine ungewöhnliche Raumorganisation kaum anzusehen. Die Glasfassade ist durch fachwerkartige Stahlträger zoniert. Lastengurte, die an der Außenfassade angebracht sind und im Wind wehen, sorgen an den notwendigen Stellen für Sichtschutz und lockern das Fassadenbild auf. An der Rückseite kragt der Gebäudekörper im zweiten Obergeschoss aus und öffnet sich als Loggia, die gleichzeitig den Austritt in den Garten schüzend überdacht. Das Innenraumvolumen ist durch zwei Betonkörper strukturiert, die verschiedene Bereiche aufnehmen und zwischen die beiden Brandwände der Nachbarhäuser eingestellt sind. „Eigentlich ist das Konzept recht einfach“, meint Martin Janekovic, „auch wenn es komplex wirkt.“ Die konstruktive Grundidee gab den Architekten die Möglichkeit, den Raum spielerisch aufzulockern und in vielschichtige, abwechslungsreiche Zonen einzuteilen....

Text: Sandra Hofmeister

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