Haus für das Handwerk

Werkraum in Andelsbuch von Peter Zumthor

Mit dem neuen Werkraum Haus von Peter Zumthor erhält das stolze Handwerk des Bregenzerwaldes ein neues Zuhause. Experimentiergeist und vollendete Details machen die luftige Halle zu einem außergewöhnlichen Raum für Proportionen, Materialien und ihre Verarbeitung – ein Gebäude, in dem Architektur und Handwerk zueinander finden.

Schon während der Planungs- und Bauphase in Andelsbuch war Peter Zumthor ganz und gar in seinem Element und unter Freunden. Die Handwerker des Werkraums Bregenzerwald nennen den Pritzkerpreisträger freundschaftlich „der Petrrr“, sie verhandelten ihre Belange auf Augenhöhe mit ihm. „Ich baue ein Haus mit den Wäldern“, erklärte Zumthor wiederum und ließ keinen Zweifel daran, dass er sich mit seinen Bauherren bestens versteht. Etwa 80 Handwerksbetriebe aus der Talschaft in Vorarlberg sind Mitglieder des Werkraums, mehr als die Hälfte davon hat sich beim Bau des neuen Hauses für ihren Verein direkt eingebracht – von den Zimmerer- und Malerarbeiten bis zum Terrazzo oder der Akustikdecke der rund 700 Quadratmeter großen Halle. Der Werkraum Bregenzerwald nutzt seine neue Adresse für Ausstellungen und Jugendworkshops, Symposien und Präsentationen oder festliche Abende – auch einen kleinen Laden und ein Café gibt es. „Die Kunst hat ein Haus in Bregenz“, so Peter Zumthor bei der Eröffnung im Juli, „und das Handwerk hat jetzt ein Haus in Andelsbuch“.

Gläserne Vitrine

Die Längsseite des flachen Quaders liegt an der Hauptstraße nahe dem Gemeindehaus und ist über ihre 50 Meter Länge hinweg fast durchgängig verglast. Pittoresk ist der Dorfkern an dieser Stelle nicht – der laute Verkehr der Landesstraße 200 braust mitten durch den Ort. Die eigentümlich versetzen Giebelhäuser aus den 1970er-Jahren gegenu?ber dem Werkraum Haus wirken alles andere als einladend und an der Gebäuderückseite ist ein Parkplatz. Doch hinter diesem breiten sich saftig grüne Wiesen, Hügel und Wälder aus. Eine Bilderbuchlandschaft, die gleichsam durch das gläserne Volumen hindurchfließt, sich in Fragmenten auf den 5,80 Meter hohen Glaselementen spiegelt und zuweilen auch auf der Straßenseite präsent ist. Das Werkraum Haus ist als gläserne Vitrine konzipiert, die Innen- und Außenraum gleichermaßen zur Schau stellt. Je nach Lichtstimmung und Tageszeit gehen die Bereiche mal mehr und mal weniger ineinander über. Ein weit vorstehendes Flachdach läuft rund um den Baukörper, sodass etwa die Hälfte der Dachfläche Bereiche im Freien überdeckt. Mehrere Hundert Menschen finden rund um das Haus und unter dem Vordach Platz. Die tiefen Kassetten auf der Unterseite der Dachkonstruktion, die als hölzerner Trägerrost konstruiert ist, sind ohne Unterbrechung bis zu den Dachkanten geführt. Elegant und großzügig sollte es werden, das neue Haus fu?r das Handwerk. Sich zur Schau stellen und doch nicht nur Schauflächen, sondern deutlich mehr bieten. „Es gab keine Typologie, die wir fortschreiben konnten. Wir mussten etwas Neues entwickeln“, meint Peter Zumthor zur Entwurfsgeschichte, die vor etwa fünf Jahren begann. Markthallen und Sägereien, Industrie- und Festhallen waren nur erste Anknüpfungspunkte für die Architektur des Werkraum Hauses....

Text: Sandra Hofmeister

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