baunetz, 21.4.2026

Bürogebäude in Schlins von Lehm Ton Erde Baukunst

 

Martin Rauch hat sein Experimentierlabor für Lehmbau in Vorarlberg um einen Bürobau mit Modellcharakter erweitert. Das neue Stampflehmgebäude im österreichischen Schlins schließt die Werkhalle von Lehm Ton Erde Baukunst als Kopfbau ab und macht das Naturmaterial in all seinen Facetten erlebbar.

Sandra Hofmiester, baunetz, 21.4.2026

 

ERDEN BuêroAussenansicht cbyHannoMackowitz 58A9303 Pano

Foto: Hanno Mackowitz

Die Bauerde stammt aus einem Baustellen-Aushub im Dorf, das Holz aus dem nahegelegenen Wald. Das neue dreigeschossige Bürogebäude in der Vierländerregion Vorarlbergs ist nach Cradle-to-Cradle-Prinzipien gebaut. Seine tragenden Stampflehmwände aus reiner Erde können nach der Nutzung weiterverwendet oder der Landschaft zurückgegeben werden. Der Pionierbau enstand nach einem Entwurf von Martin Rauch, Gründer von Lehm Ton Erde Baukunst, und versteht sich als Schaufenster für den Lehmbau und sein Handwerk. Er zeigt all das, was heute mit dem traditionellen Material möglich ist.

 

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Foto: Hanno Mackowitz

Nicht nur Wände, Decken und Böden sind aus Lehm gefertigt, sondern auch alle Oberflächen, Fliesen, Öfen und Leuchten. Die Wechselbeziehung der groben konstruktiven Stampflehmwände in Kombination mit den zarten Farbmustern der Stampflehmöfen, den feinen, samtigen Lehmputzen und den widerstandsfähigen, farbigen Lehmkaseinflächen vermitteln in allen Räumen eine besondere Atmosphäre.

 

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Foto: Hanno Mackowitz

Das Raumprogramm des Neubaus, der sich zwischen dem Gewerbehof und einem Wohnviertel befindet, fasst insgesamt 880 Quadratmeter Nutzfläche und ist ebenso überschaubar wie kompakt organisiert. Die zentrale Holztreppe mit Oberlicht verbindet die Ebenen mit jeweils unterschiedlicher Nutzung. Die Ausstellungsflächen im Erdgeschoss sind durch ein großes Eichenfenster über Eck herausgestellt.

 

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Foto: Hanno Mackowitz

Der gesamte Baukörper wurde aus vorgefertigten Lehmblöcken gefügt, entsprechend sind anstelle von Stürzen erstmals lasttragende Eichenfensterrahmen mit gefächerten Stützen eingesetzt. Im ersten Obergeschoss hat das Planungsteam von Lehm Ton Erde sein neues Zuhause – hier werden Werkplanungen erstellt und internationale Sonderprojekte konzipiert. Im zweiten Stock befinden sich die Mensa für alle Mitarbeitenden und der Seminarraum. Seine Decke ist aus Lehm-Holz-Gewölbemodulen, ähnlich wie beim Hortus-Gebäude von Herzog & de Meuron, wo das System erstmals in Partnerschaft mit Lehm Ton Erde und Blumer Lehmann ausgeführt wurde.

 

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Foto: Hanno Mackowitz

Der Neubau ist Vorzeigeprojekt für mutige Baulösungen, aber auch ein Ort der Begegnung und der Vermittlung, mit dem Lehm Ton Erde das Vertrauen in die Lehmbauweise stärken möchte. In Workshops, Werkhallenbesuchen und Meetings mit Architekt*innen und Bauherr*innen, die aus aller Welt nach Schlins kommen, wird der Lehmbau im wörtlichen Sinne begreifbar.

 

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Foto: Hanno Mackowitz

Produktion und Planung, Experiment und Umsetzung verbinden sich mit dem Bürobau zu einer Einheit. Ein Fenster lenkt den Blick von seinen Räumen in die 1.300 Quadratmeter große, angrenzende Werkhalle, in der produziert, geforscht und experimentiert wird. Auch die fahrbare Stampfmaschine zur Vorfertigung von Stampflehmwänden befindet sich in der 2021 fertiggestellten Halle. Die 60 Zentimeter starken Wände des Büroneubaus wurden hier vorproduziert, getrocknet und im Anschluss mit einem Kran montiert.

 

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Foto: Hanno Mackowitz

Alle Stampflehmwände der Werkhalle und des Bürobaus sind außen unbehandelt und dem Wetter ausgesetzt, denn zusätzliche Behandlungen oder Veredelungen brauchen sie nicht. Auch in diesem Detail kommen ökologisches Bauen und Handwerk, CO2-neutrale Architektur und regionales Kulturgut zusammen. In Schlins wird nun ein nächstes Kapitel in der Entwicklung des Lehmbaus eingeleitet.

 

 

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